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Selbstsabotage

  • info6388146
  • Feb 16
  • 2 min read

Du hast dir etwas vorgenommen. Vielleicht weniger arbeiten, besser auf dich achten oder dich klarer abgrenzen. Und trotzdem ertappst du dich dabei, dass du es wieder nicht tust. Statt Entlastung gibt es Schuldgefühle und Frust. Selbstsabotage ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist ein Hinweis darauf, dass zwei Kräfte in dir wirken. Die eine will Veränderung, die andere Sicherheit.

Schachbrett mit fallendem König

Selbstsabotage verstehen: Der innere Widerspruch

Psychologisch gesprochen handelt es sich um einen intrapsychischen Konflikt: Ein Anteil von dir möchte etwas verändern, ein anderer fürchtet genau das. Das Ergebnis: Aufschieben, Selbstzweifel, innere Unruhe.

Typische Formen:

  • Prokrastination („Ich fang morgen an.“)

  • Ablenkung durch andere Baustellen

  • Sich selbst abwerten („Ich krieg’s eh nicht hin.“)

  • Sich zu viel vornehmen – und dann scheitern


Warum unser Gehirn lieber im Alten bleibt

Unser Gehirn liebt Vertrautes. Veränderung bedeutet: Energieverbrauch, Unsicherheit, Risiko. Das Stresszentrum (Amygdala) springt schneller an, wenn neue Wege beschritten werden, selbst wenn diese heilsam wären. Hinzu kommt: Viele Verhaltensmuster haben eine Schutzfunktion. Wer als Kind gelernt hat, sich anzupassen oder nicht aufzufallen, wird sich als Erwachsene*r schwer tun, laut für sich einzustehen. Selbstsabotage ist dann keine Störung sondern ein erlerntes Überlebensmuster.


Wie Therapie helfen kann, Muster zu verändern

In der Psychotherapie schauen wir auf genau diese inneren Dynamiken. Statt dich weiter selbst zu kritisieren, geht es darum, die schützenden Anteile zu verstehen und ihnen neue Strategien beizubringen. Methoden wie Schematherapie oder achtsamkeitsbasierte Verfahren helfen, die innere Bühne zu sortieren: Wer in dir hat Angst vor der Veränderung? Wer drängt dich ständig zu mehr Leistung? Und wer darf jetzt vielleicht mehr Raum bekommen?


Was du selbst tun kannst

  1. Beobachte deine Muster. Erkenne, wann du dich selbst ausbremst, ohne es zu bewerten.

  2. Arbeite mit Mini-Schritten. Veränderung braucht Sicherheit. Lieber langsam, aber konstant.

  3. Sprich mit dir wie mit einem guten Freund. Freundlichkeit zu dir selbst stärkt deine Veränderungskraft.

  4. Schaffe äußere Strukturen z. B. durch verbindliche Termine, Erinnerungen oder Begleitung.

  5. Hol dir Unterstützung. Du musst das nicht allein schaffen, das ist kein Zeichen von Schwäche – sondern von Selbstverantwortung.


Fazit: Veränderung beginnt mit Selbstkontakt

Du darfst dich verändern, aber du musst dich dafür nicht bekämpfen. Selbstsabotage ist oft ein verkleideter Schutzmechanismus. Wenn du lernst, die Angst hinter dem Widerstand zu verstehen, wird Veränderung nicht nur möglich sondern nachhaltig.


Quellen

  • Kegan, R., & Lahey, L. L. (2009). Immunity to Change. Harvard Business Press.

  • Schwarz, S. (2015). Selbstsabotage: Warum wir uns im Weg stehen – und was wir dagegen tun können.

  • Beltz.Neff, K. D. (2011). Self-compassion: The proven power of being kind to yourself. William Morrow.

 
 
 

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